Silvester und Weihnachten in Panamá
Weihnachten und Silvester in Panamá
In Deutschland hatte ich mir das immer so schwer vorgestellt: Weihnachten und Silvester auf einem anderen Kontinent, in einem anderen Land, in einer anderen Familie. Ohne die gewohnten Freunde. Ohne Schnee sondern statt dessen mit Sand in den Schuhen. Im Nachhinein muss ich aber sagen: So schwer war es gar nicht, solange man nicht daran gedacht hat, dass gerade Weihnachten ist, zu Hause Schnee liegt und eine Nordmann Tanne im Wohnzimmer steht. Für mich hat sich vor allem Weihnachten einfach nicht angefühlt wie Weihnachten. Es war mehr wie eine ganz normale Geburtstagsfeier in Panamá. Mit dem normalem „Festessen“. Der normalen Musik. Dem gleichen Wetter. Es war einfach im allgemeinen für mich ziemlich „unweihnachtlich“. Dazu hatten ja schon das Fehlen des Weihnachtsmarktes, das Wetter und der gleich bleibende Tagesablauf geführt (Ich berichtete). Am Freitag, dem Heiligabend, war alles ziemlich normal. Als ich aufgestanden bin, waren meine Gastschwester, meine Gastmutter und meine Gasttante schon damit beschäftigt zu kochen. Um 20h wurde dann gegessen. Davor wurde erst einmal gebetet, ich hab die Chance, dass mal alle Mitglieder meiner Gastfamilie an einem Fleck waren genutzt, um ein Foto zu machen.
Von Links nach Rechts: Meine Gastschwester, Llenier (mein Gastneffe), meine Gastmutter, mein Gastvater, Jose (mein Gastneffe), meine Gasttante, mein Gastcousin und mein Gastbruder.
Dann wurde erstmal gegessen. Hinterher wurde dann Fernsehen geguckt. Dabei dann natürlich auch nicht nur ein Film, sondern Film, parallel dazu Nachrichten und eine Reportage über Napoleon. Wenn das nicht Multitasking ist, weiß ich auch nicht. Als dann irgendwann Mitternacht war, wurde sich gegenseitig frohe Weihnachten (Feliz navidad) gewünscht und die Geschenke überreicht. Danach wurden noch Böller und Raketen gezündet und dann ging‘s auch schon wieder ins Bett. Am nächsten Tag sind wir dann Mittags zum Strand gefahren, der war verhältnismäßig voll, es wurden Jetskis und Quads vermietet und einmal wäre ich auf dem Weg ins Wasser noch fast überfahren worden. Am frühen Abend sind wir dann wieder zurück nach Hause gefahren. Auf dem Weg hat mein Gastbruder dann das Auto auf einer, aus einer Brücke herausragenden Eisenplatte, aufsetzen lassen. Am 2. Weihnachtstag war dann schon gar nichts mehr los, mal wieder ganz normaler Alltag. Die Woche bis Silvester ging dann rasend schnell um und so brachen dann auch die letzten Stunden eines Jahrzehnts an. Gefeiert wurde bei meiner Gastschwester. Wir sind Nachmittags hingefahren. Als wir dann da waren, bin ich mit meinem Gastbruder und meinem Gastschwager noch mal los, Schweinefleisch abholen.
Das Foto hab ich auf der Finka gemacht, wo wir das Fleisch abgeholt haben. Irgendwann Abends war dann das Essen auch fertig. Es gab: Tamales, mit Reis, Puerco assado und Kartoffelsalat. Der Abend lief dann eigentlich ganz normal ab, nur ohne Bleigießen oder sowas. Auch gute Vorsätze für‘s neue Jahr macht man sich hier nicht. Um Mitternacht wurden dann ganz normal die Raketen und Böller gezündet. In Deutschland steht ja eigentlich fast jeder die letzte Minute des Jahres jeder vor einem Fernseher, entweder Ard oder einem der Untermenschensender, um irgendein riesen Feuerwerk zu sehen, danach geht‘s raus, um die Raketen aus den leer getrunkenen Sektflaschen zu starten. Hier macht das jeder nach seiner eigenen Uhr, so dass ab 23.50 bis 00.10 wildes Blitzen über der Stadt war.
Grüße aus Panamá : )


